Die Kolleginnen und Kollegen in den Regionalen Einsatzzentralen (REZ) sind 365 Tage im Jahr für die Bevölkerung im Kanton Bern da. Nun, da Weihnachten mit grossen Schritten näher kommt: Was wünschen sie sich eigentlich von Ihnen?

Ja, auch ich als Einsatzdisponent habe natürlich offene Wünsche. Diejenigen, die meinen Beruf betreffen, möchte ich Ihnen hier gerne noch mit auf den Weg geben.

Die Notrufnummern sind für Notfälle da

Bitte prüfen Sie vor dem Wählen der Notrufnummer, ob es sich bei Ihrer Lage tatsächlich um einen Notfall handelt. Das heisst: Ist eine sofortige Intervention durch Einsatzkräfte nötig oder nicht? Im Zweifel wählen Sie selbstverständlich den Notruf, wo wir Ihnen gerne weiterhelfen. Wenn Sie aber feststellen, dass es doch nicht dringend ist, bleiben unsere Leitungen frei für jene, die sofort Hilfe vor Ort benötigen.

Ein wenig Geduld hilft uns und Ihnen

Wie ich in einem früheren Beitrag beschrieben habe, müssen wir die verschiedenen Ereignisse triagieren, es stehen ja nicht unendlich Einsatzressourcen zur Verfügung. Ich verspreche Ihnen: Wir nehmen uns jedem polizeilich relevanten Problem so rasch wie möglich an, aber zu Spitzenzeiten kann es leider zu Wartezeiten kommen.

Je ruhiger Sie bleiben, desto besser können wir helfen

Obwohl es im Notfall oft nicht einfach ist: Versuchen Sie, bei einem Notruf so sachlich und ruhig wie möglich zu bleiben. Dies hilft Ihnen und uns, denn so können wir die notwendigen Informationen rascher erfassen und verarbeiten. Und bitte beschimpfen Sie uns nicht; in der Regel tragen wir keine Schuld für Ihre momentane Situation, sondern möchten einen Teil zur Lösung beitragen.

Fehler können passieren, erklären Sie es uns

Wenn Sie oder jemand in Ihrem Umfeld irrtümlich eine Notrufnummer wählen, legen Sie bitte nicht einfach auf. Sagen Sie uns einfach kurz, dass es ein Fehlanruf ist. Zum einen wissen wir dann Bescheid, dass es sich nicht um einen Notfall handelt und zum anderen haben Sie dann die Gewissheit, dass nicht plötzlich einer der Rettungsdienste vor Ihrer Türe steht.

Bei kleinen Streitigkeiten: Versuchen Sie es zuerst ohne uns

Wenn ein Nachbar übermässigen Lärm verursacht, versuchen Sie doch zuerst, direkt mit dem Verursacher oder der Verursacherin zu sprechen. In der Regel ist der Erfolg gleich gross wie bei einer Intervention durch die Polizei. Zudem wird die Person ja auch weiterhin Ihr Nachbar sein; ein persönliches Gespräch führt daher oft zu einer besseren Lösung, als direkt die Polizei zu rufen.

Andererseits: Manchmal müssen Sie uns auf jeden Fall anrufen

Wenn Sie eine Kollision mit einem Tier haben, sind Sie verpflichtet, dies der Polizei unverzüglich zu melden, unabhängig davon, ob das Tier verletzt flüchtet oder tot ist. Bitte tun Sie das wenn immer möglich von der Unfallstelle aus; falls das verletzte Tier geflüchtet ist, muss die Kollisionsstelle möglichst genau markiert werden, damit der Wildhüter mit seinem Hund eine Nachsuche machen und das verletzte Tier erlösen kann.

Diese spontane Aufzählung ist der letzte Teil meiner Artikelserie aus der Notrufzentrale. Ich danke Ihnen für Ihr Interesse und wünsche Ihnen, dass Sie nie mit meinen Kollegen oder mir telefonieren müssen. Aber falls doch, bin ich überzeugt, dass Sie jetzt alles Notwendige wissen, damit wir einen raschen Einsatz gewährleisten und Ihnen helfen können.

Freundliche Grüsse und frohe Weihnachten

Daniel, Einsatzdisponent der Kantonspolizei Bern

Weiter erschienen in der Serie «Rund um die Einsatzzentralen»:

Teil I: Regionale Einsatzzentralen: Viel mehr als nur eine Telefonstimme
Teil II: Wie ein Notfall in der Regionalen Einsatzzentrale bearbeitet wird
Teil III: Aus der Einsatzzentrale: Wenn wir überall sein müssen
Teil IV: Wann Sie den Notruf wählen sollten – und welchen
Teil V: Wann die Notrufnummer 117 nicht helfen kann