Kinder und Jugendliche sind heute nicht nur mit den Herausforderungen im Strassenverkehr, sondern immer häufiger auch mit verschiedenen Formen von Kriminalität konfrontiert. Unser Unterricht an Schulen beinhaltet deshalb nicht nur Verkehrsprävention, sondern sensibilisiert auch für Themen wie Digitale Medien oder Gewalt.

Wenn ich zurück an meine Schulzeit denke, kann ich mich auch heute noch lebhaft an unseren «Schulpolizisten» erinnern, der uns Jahr für Jahr in der Klasse besucht hat. Er zeigte uns, wie wir uns entlang der Strasse verhalten sollen und ermahnte uns, auf dem Schulweg stets unsere orangen Leuchtgürtel zu tragen. Das Sprüchlein «Warte, Luege, Lose, Loufe» hat sich damals in mein Gedächtnis gebrannt und das Lineal mit aufgedruckten Verkehrssignalen hat heute noch seinen Platz in meiner Büroschublade. Und auch die feierliche Übergabe der Medaille zur bestandenen Veloprüfung bleibt unvergessen.

Der Verkehrsunterricht: Zentrales Element gestern wie heute

Der Leuchtgürtel leuchtet zwar mittlerweile in gelber statt oranger Farbe, der Verkehrsunterricht ist aber auch heute – rund 30 Jahre nach meiner Schulzeit – immer noch zentraler Bestandteil der polizeilichen Präventionsarbeit an Schulen. Um die Sicherheit für die jüngsten Verkehrsteilnehmer zu erhöhen und Unfälle zu verhindern, zeigen unsere Verkehrsinstruktorinnen und -instruktoren den Schülerinnen und Schülern vom Kindergarten bis in die 5. Klasse, wie sie sich zu Fuss, mit fahrzeugähnlichen Geräten (Kickboard, Trottinett, etc.) und auf dem Velo sicher und regelkonform im Strassenverkehr bewegen.

Neue Themen im Fokus des polizeilichen Präventionsunterrichts

Anders als ich, werden meine Kinder den «Schulpolizistin» oder den «Schulpolizisten» aber weit mehr als nur als Verkehrsinstruktor/-in in Erinnerung behalten. In den vergangenen Jahren sind nämlich nebst dem Strassenverkehr mit der Kriminalprävention neue Themen in den Fokus der polizeilichen Präventionsarbeit gerückt. Kinder und Jugendliche sind heute immer häufiger auch mit Herausforderungen im Cyberbereich oder mit Vorfällen von Gewalt im Schulumfeld oder in der Freizeit konfrontiert. Unser Präventionsunterricht sensibilisiert Kinder und Jugendliche deshalb heute auch für Themen wie zum Beispiel Cybermobbing oder auch Suchtmittelkonsum und Fahrfähigkeit.

Ausbau des Präventionsangebots an Schulen

Bisher wurden die Unterrichtsmodule der Kriminalprävention im Kanton Bern aber nur auf Anfrage und nach Vorfällen an den Schulen angeboten. Das soll sich nun ändern; die Kantonspolizei Bern baut den Präventionsunterricht in den kommenden Jahren an allen Schulen im Kanton Bern aus.

Präventionsunterricht der Kantonspolizei Bern ab Schuljahr 2021/22

Weitere Informationen zum Inhalt des polizeilichen Präventionsunterrichts sowie Tipps für Eltern/Erziehungsberechtigte zu den einzelnen Themen finden Sie auch auf unserer Website.
Stufe Thema
Kindergarten Erste Schritte im Strassenverkehr
1. Klasse Unterwegs als Fussgänger und auf Rollen
2. Klasse Unterwegs auf Rollen und mit dem Velo
3. Klasse Unterwegs mit dem Velo
4. Klasse Unterwegs mit dem Velo und der «Tote Winkel»
5. Klasse Unterwegs mit dem Velo und Radfahrertest («Veloprüfung»)
6. Klasse Digitale Medien: Im Internet – aber sicher!
7. Klasse Gewalt in der Schule und der Freizeit
8. Klasse Sucht und Fahrfähigkeit
9. Klasse Verkehrsunfall – Ursachen und Verhalten

Sicher unterwegs im Netz: flächendeckender Unterricht

Bereits nach den Herbstferien des Schuljahres 2021/22 bieten wir neu in allen sechsten Klassen das Modul «Im Internet – aber sicher!» an. Dieses dreht sich um die Themen Recht im Netz, Selbstdarstellung und Cybermobbing. Die Kantonspolizei Bern ist damit aktuell die einzige Institution im Kanton Bern, die alle Schülerinnen und Schüler gleichermassen mit der Thematik erreichen kann.

Ich bin sicher, dass sich auch die Kinder von heute noch lange an «ihren Schulpolizisten» erinnern werden. Im Gedächtnis haften bleibt ihnen dabei aber neben dem Sprüchlein «Warte, Luege, Lose, Loufe» aus dem Verkehrsunterricht dann vielleicht auch die imaginäre «Hirn-App» – als wichtigstes App im Umgang mit den Digitalen Medien.