Gajus wird bald vier Jahre alt. In einer Blogserie habe ich Ihnen einen Einblick in sein Zuhause bei mir als Diensthundeführer gegeben und von unserer Ausbildung berichtet. Zum Abschluss der Serie ziehe ich ein Resümee und blicke nach vorn auf die spannende Zeit, die noch auf uns zukommt.

Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Nun ist Gajus schon bald vier Jahre alt. Diese vergangenen Jahre waren eine sehr anstrengende, aber auch eine enorm schöne Zeit. Wenn ich das Resultat betrachte, bin ich stolz auf uns und auf das, was wir beide erreicht haben.

Liebe auf den ersten Blick

Es ist, als wäre es gestern gewesen, als ich Gajus zum ersten Mal beim Züchter sah. Ich traf auf ein ganzes Knäuel von Welpen, aus dem mein Vorgesetzter und ich den zukünftigen Diensthund auswählen konnten. Nicht jedes Hundewesen ist für den Polizeidienst geeignet. Dennoch hatten wir die Qual der Wahl und haben uns schliesslich für Gajus entschieden. Bis heute bin ich überzeugt, dass wir eine gute Wahl getroffen haben bei unserem Mitarbeitenden auf vier Pfoten.

Wir gehören zusammen. Willkommen, Gajus

In seinem neuen Heim hat Gajus erst mal alles gründlich beschnuppert. Es gab schliesslich viel Neues zu entdecken. Für mich waren die ersten Nächte ziemlich anstrengend. So musste ich oft aufstehen, da ein Welpe auch nachts mehrmals rausmuss. Für Gajus habe ich das aber gerne getan.

Trainieren, trainieren, trainieren

Das intensive Ausbildungsprogramm begann bereits am ersten gemeinsamen Tag. Sei es das Kennenlernen von Wasser und von verschiedensten Hürden oder die Begegnung mit anderen Lebewesen wie Kühen, grösseren Hunden und anderen Menschen – das alles braucht bei solch jungen Hunden viel Energie. So schläft ein Welpe pro Tag 20 bis 22 Stunden. Entsprechend habe ich bei Gajus ein grosses Augenmerk auf seine Erholung und Ruhezeit gelegt.

Bei den Trainings standen Spiel und Spass stets im Vordergrund. Schon die ersten kleineren Übungen machten Gajus grosse Freude. Er war immer motiviert und voller Tatendrang. So gewöhnte sich Gajus auch schnell an den Berufsalltag und an die Umgebung in einem Patrouillenfahrzeug oder auf der Polizeiwache.

Häufiges Training ist wichtig, damit der Hund die Abläufe kennt und im Einsatz richtig reagiert. Die Übungen wurden mit Gajus’ zunehmendem Alter vermehrt auf die Polizeiarbeit ausgerichtet. Sei es im Schutzdienst, bei der Unterordnung, der Fährtenarbeit, der Wegrandsuche, im Patrouillendienst, bei der Gebäudedurchsuchung oder gar bei einem Flug mit dem Helikopter.

Gajus entwickelte sich vom ungestümen Welpen zu einem ausgewachsenen Hund und verlässlichen Partner.

Die Abschlussprüfung ist nicht das Ende der Ausbildung

Die zweitägige Abschlussprüfung haben Gajus und ich aus meiner Sicht gut gemeistert. Ich war sehr nervös. Dennoch liess mich mein treuer Begleiter nicht im Stich und wir absolvierten die Prüfung mit der Bewertung «sehr gut».

Nun geht es darum, das Erlernte beizubehalten. Auch nach bestandener Prüfung ist der Trainingsaufwand noch sehr hoch und ich werde nun bis zu Gajus’ achtem Lebensjahr jährlich die Prüfung des Schweizerischen Polizeihundeführer-Verbands ablegen. Nach dem achten Lebensjahr ist die Prüfung freiwillig. Dabei wird der Gesundheitszustand des Hundes berücksichtigt.

Gajus und ich im Einsatz

Seit Ende Januar 2020 bin ich mit Gajus einsatzbereit. Bei unserer Arbeit erwarten uns eine Vielzahl anspruchsvoller Einsätze, zum Beispiel bei Objektdurchsuchungen nach einem Einbruchalarm. Dabei ist manchmal auch bekannt, dass sich die Täterschaft noch im Objekt befindet. Weiter werden wir bei der Suche nach Gegenständen, beispielsweise bei einem Einbruchdiebstahl oder bei einem Tötungsdelikt, eingesetzt. Die Gegenstände werden dann zur Klärung eines Delikts benötigt. Auch im präventiven Bereich werden ich und Gajus anzutreffen sein. Sei es auf Fusspatrouille oder bei Ordnungsdienst-Einsätzen.

Ich hoffe auf noch viele erfolgreiche und insbesondere gesunde Jahre mit meinem Diensthund und Partner Gajus. Es hat mir grossen Spass gemacht, über unsere Ausbildung zu berichten. Ich hoffe, dass ich Ihnen damit den spannenden Beruf als Polizist/-in beziehungsweise Diensthundeführer/-in etwas näherbringen konnte.