Dank unseren Diensthunden wurden schon viele Erfolgsgeschichten geschrieben. Dahinter steckt eine umfassende Ausbildung, in die wir Ihnen gerne einen Einblick gewähren. Im ersten Teil stellen wir Ihnen unseren neuen Mitarbeitenden auf vier Pfoten vor.

Auf die wertvolle Unterstützung unserer vierbeinigen Kollegen möchten wir nicht verzichten. Damit ältere Hunde in die wohlverdiente Pension können, bilden wir regelmässig Junghunde zu Diensthunden aus. Polizist Lukas Schneeberger berichtet in seiner Artikelserie über die Ausbildung seines Welpen.

Hunde haben mich schon interessiert, als ich ein kleiner Bub war. Ich bin mit Hunden aufgewachsen und diese Wesen haben mich immer fasziniert. Darum war mir bei der Vorführung der Diensthunde in der Polizeischule Hitzkirch schnell klar, dass ich später auch einmal Diensthundeführer werden will. Dort habe ich gesehen, wie das Team Hund/Mensch zusammen wirken und funktionieren kann.

Ein 100% verlässlicher Partner

Ein Diensthund kann sehr vielseitig eingesetzt werden; sei es im Schutzdienst, als Drogen-, Sprengstoff-, Personen- oder Leichenspürhund. Man gewinnt dabei einen Freund und Partner fürs Leben, dem man 100% vertrauen kann. Mir war von Beginn an bewusst, dass ein Hund viel in meinem bisherigen Leben verändern wird und viel Arbeit mit sich bringt. Doch ich war und bin immer noch bereit, mir Zeit für meinen treuen Partner zu nehmen. Denn gerade am Anfang der Ausbildung ist die Erziehung der Hunde sehr wichtig.

Nach meiner Bewerbung bei den Diensthundeführern wurde ich zur Aufnahmeprüfung eingeladen. Diese umfasste nebst einem Gespräch mit dem Dienstchef auch sportliche Tests und eine Prüfung meines allgemeinen Wissens über Hunde. Danach hiess es abwarten und hoffen, dass ich bestanden habe.

Die Wohnung muss welpensicher sein

Nach dem positiven Bescheid musste erst einmal die Wohnung welpensicher gemacht werden; junge Hunde knabbern nämlich gerne alles an, was ihnen vor die Schnauze kommt. Deshalb habe ich Kabel abgedeckt und die für Hunde unverträglichen Pflanzen an unerreichbare Orte gestellt.

Eine komplette Hundeausstattung mit Körben, Decken und einer Hundebox durften natürlich auch nicht fehlen. Die Hundebox habe ich neben mein Bett gestellt. Die ersten vier Wochen soll der Hund bei mir übernachten, bis ich mir zu absolut sicher bin, dass er stubenrein ist und in der Nacht nicht mehr zum Pinkeln raus muss.

Kein einfaches Unterfangen: Der passende Name

Zunächst ging es aber erst noch darum, den richtigen Namen für den Hund zu finden. Die Vorgabe war, dass der Name mit «G» anfangen muss. Ich schrieb mir verschiedene Varianten auf und bemerkte rasch, dass es mir schwerer fiel, als ich dachte. Ich wollte einen Namen, der nicht zu süss klingt aber auch nicht zu böse.

Schliesslich kam ich auf den Namen Gajus. Das Wort ist lateinisch und bedeutet auf Deutsch «der Erfreuende, der Zufriedene». Dem Namen Gajus wird der Zwingername der Zucht angehängt; in diesem Fall «von der Lupa Lupis». Mein neuer Partner heisst also mit vollem Namen Gajus von der Lupa Lupis.

Der erste Besuch beim Züchter

Dann war es soweit und ich durfte meinen zukünftigen Partner zum ersten Mal besuchen. Ich war sehr aufgeregt und freute mich riesig, die Welpen zu sehen. Wir wurden herzlich von den Züchtern in Empfang genommen und sogleich zu den Welpen geführt. Der sogenannte Jööh-Effekt dauerte lange; es wurde gespielt und gestreichelt.

In diesem Wurf gab es fünf Hündinnen und fünf Rüden; ich durfte einen der Rüden auswählen. Als ich mich auf Einen festgelegt hatte, wurde dieser aus der Gruppe genommen und auf Herz und Nieren geprüft. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf sein Wesen und Verhalten abseits seines Rudels gelegt. Nach kurzer Zeit war klar: Dieser Hund wird mein neuer treuer Begleiter im Polizeialltag.

Der Tag, der zwei Leben veränderte

Nach zwei weiteren Besuchen kam der Tag, an dem sich mein Leben veränderte und das von Gajus natürlich auch. Als Gajus 10 Wochen alt war, durfte meinen neuen Freund und Partner mit nach Hause nehmen. In der Wohnung angekommen, beschnupperte er erst einmal ganz ausgiebig sein neues Revier.

Nach einer Spielsession und einem kleinen Spaziergang wurde das erste Mal geschlafen. Ich zeigte Gajus seinen Schlafplatz in der Box neben meinem Bett, und wir schliefen nach diesem erlebnisreichen Tag ein. In den ersten drei Nächten musste ich nur einmal aufstehen, um mit Gajus nach draussen zu gehen. Danach schlief er bereits durch.

Es gibt viel Interessantes zu entdecken

Die Tage fliegen nur so dahin und Gajus wächst und wächst. Neue Bekanntschaften macht er fast täglich. Angefreundet hat er sich bereits mit unserer Katze und dem Hund meiner Eltern. Mit Beiden spielt Gajus schon wie ein Grosser. Das Verhältnis Hund-Katze ist übrigens so gut, dass die beiden Vierbeiner kurzerhand die Schlafplätze getauscht haben. Gajus schläft im Katzenkorb und die Katze im viel zu grossen Hundekorb.

Das Wasser hingegen ist Gajus noch nicht so geheuer, er schaut es lieber nur aus der Distanz an. Kühe und andere grössere Tiere betrachtet er auch lieber erst einmal aus der Ferne.

Wie das erste Training zur Schutzhund-Ausbildung ablief und wie sich Gajus weiter entwickelt hat, erzähle ich gerne im nächsten Beitrag.