Im Weiterbildungskurs lernt Gajus gemeinsam mit den alten Hasen unter den Schutzhunden – und bewahrt einen kühlen Kopf bei seinem ersten Helikopterflug: Ein Einblick in eine intensive Trainingseinheit.

Vor kurzem durften Gajus und ich eine Woche Weiterbildungskurs im Seeland absolvieren. In diesem Kurs waren alle Schutzhunde, die im Kanton Bern im Einsatz sind. Gajus war dabei einer der jüngsten Teilnehmer, die älteren Hunde sind bis zu acht Jahre alt – eine schöne Herausforderung für ihn, mit den erfahrenen Kollegen zu trainieren. Auch für mich persönlich brachte dieser Kurs sehr viel: Ich konnte mich mit erfahrenen Hundeführerinnen und Hundeführern austauschen und habe viele Tipps und Tricks mit auf den Weg bekommen.

Über die Woche haben wir verschiedene Ausbildungsteile bearbeitet: Die sogenannte Unterordnung, die Fährtenarbeit, das Durchsuchen eines Geländes und von Gebäuden. Dazu habe ich in einem früheren Beitrag schon einmal ein bisschen erzählt.

Fleissiges Üben, aber mit Spass

Am Abend des Mittwochs wurde ein Postenlauf organisiert, um die verschiedenen Disziplinen anzuwenden und zu vertiefen. Ich rannte mit Gajus acht Kilometer und durchlief dabei fünf verschiedene Posten. Sei es eine Gebäudedurchsuchung, Spielzeuge von einer Wäscheleine bringen oder im Dunkeln auf gefundene Gegenstände verweisen, alles wurde locker gestaltet, so dass auch der Spass für das Tier nicht zu kurz kam.

Flugpremiere für Gajus

Am Donnerstag schliesslich war ein sehr spezieller Tag. Gajus und ich durften nämlich mit dem Helikopter fliegen. Dies muss auch geübt werden, da es möglich ist, dass ich und Gajus später einmal bei einem Einsatz, mit dem Helikopter im Gelände abgesetzt werden. Das kann der Fall sein, wenn eine Person sehr schnell gesucht werden muss oder wenn der Einsatzort nicht so einfach mit dem Fahrzeug erreicht werden kann.

Da das für Gajus völlig neu war, musste er vom Ein- bis zum Aussteigen einen Maulkorb tragen – dies aus Sicherheitsgründen, weil er sich erst an die Situation gewöhnen musste. Ich stieg also mit Gajus in den Helikopter und wir flogen ungefähr drei Minuten lang bis zu einer nahegelegenen Wiese. Dort bin ich mit ihm zusammen ausgestiegen, nahm ihm in rund 20 Metern Distanz vom Helikopter den Maulkorb ab und richtete ihn auf einen Markeur in entsprechender Schutzkleidung, welcher ca. 200 Meter entfernt auf sich aufmerksam machte.

Ich schickte den Hund also mit einem Kommando auf die flüchtende Person, welcher er dann auch ins Bein biss und so die Flucht beendete. Ich rannte hinterher und löste den Hund mit einem verbalen Kommando von der Person, anschliessend zogen wir uns wieder in den Helikopter zurück und traten den Rückweg an. Gajus hat diese Übung sehr gut gemeistert. Das erste Einsteigen war etwas zögerlich, was man ihm durch den ganzen Lärm und den starken Wind sicher nicht verübeln kann. Während des Fluges war Gajus tiefenentspannt und genoss, wie ich auch, die Aussicht aufs Bieler Seeland.

Viel gelernt – und total geschafft

Am Freitag haben wir den Kurs mit einer letzten grossen Geländeübung abgeschlossen, dann ging es nach Hause. Dort angekommen, ging Gajus sofort auf seinen Platz und wollte von gar nichts mehr wissen; er war einfach müde. Es war eine sehr lehrreiche- und dadurch auch anstrengende Woche für uns beide – aber wir haben es trotzdem genossen.

Mehr zum Thema

Wenn Sie sich eingehender für die Aus- und Weiterbildung der Schutzhunde und für die SPV Prüfung interessieren, finden Sie auf der folgenden Seite mehr Informationen: www.spv-fsccp.ch