Nur kurz ein Gipfeli beim nahe gelegenen Bäcker kaufen gehen oder auf einen Schwatz bei den Nachbarn vorbeischauen; dies kann unter Umständen teuer werden. Nämlich dann, wenn man die Tür oder die Fenster nicht schliesst und damit Dieben das Leben einfach macht.

Langfinger sind äusserst schnell und nehmen gerne den Weg des geringsten Widerstandes. Dabei gehen die Einschleichdiebe äusserst gerissen und unverfroren vor. Als wahre «Chamäleons» passen sie sich der Nachbarschaft an und bewegen sich äusserst selbstsicher, als seien sie die besten Freunde der Haus- oder Wohnungsbewohner. Damit fallen sie meist auch nicht auf oder man erinnert sich erst dann an die Unbekannten, wenn der Diebstahl bereits geschehen ist. Als Sicherheitsberater bei der Prävention der Kantonspolizei Bern gebe ich aber gerne Tipps, wie man mit einfachen organisatorischen Massnahmen das Risiko eines Einbruchs minimieren kann.

Abschliessen auch während kurzer Abwesenheiten

 «Gelegenheit macht Diebe»: Nichts wirkt einladender auf Diebe als unverschlossene Türen. Sie können dabei Beute – meist Bargeld und Schmuck – machen, ohne ein grosses Risiko einzugehen. Das beim Eingang hingelegte Portemonnaie oder der in der Kommode verstaute Schmuck sind dabei meist das Objekt der Begierde. Erfahrene Diebe sind Menschenkenner und nutzen diese Kenntnisse gnadenlos aus. Die Tat selbst dauert somit nur wenige Minuten. Es spielt dabei keine Rolle, ob man auf einen Schwatz beim Nachbarn vorbeigeht, kurz eine Besorgung macht oder auf der Terrasse, beziehungsweise im Garten eine gesellige Runde geniesst. In jedem Fall empfiehlt es sich, die Haustüren abzuschliessen und die Fenster zu schliessen. Der Aufwand ist klein und macht sich bezahlt.

Lieber ein Anruf zu viel als zu wenig

 Achten Sie beim Verlassen des Hauses oder des Quartiers auf verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge. Kehren Sie im Zweifelsfalle um. Entgegen den weitverbreiteten Vorurteilen sind Diebe nicht immer männlich und auch nicht schwarz gekleidet. Sie ziehen sich gleich an wie Sie und ich und fallen dadurch weniger auf. Deshalb sollte man sich wie in anderen Dingen auch auf sein Bauchgefühl verlassen.

Natürlich hilft auch eine gute Nachbarschaft. Kennen Sie die Familienmitglieder und Freunde Ihrer direkten Nachbarn und ihre Ferienpläne? All dies hilft, verdächtige Personen frühzeitig zu erkennen. Haben Sie im Zweifelsfall keine Scheu, die Polizei zu alarmieren. Wir kommen lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Da Einschleichdiebe meist keine Spuren hinterlassen, kann nur eine kleine Zahl der Delikte aufgeklärt werden. Meistens können die Täter nur überführt werden, wenn sie nach entsprechenden Meldungen in flagranti erwischt werden. Sie sehen, eine gute Nachbarschaftspflege ist auch für die Sicherheit von Vorteil; schliessen Sie einfach vor dem Besuch Ihre Tür ab.