Mit einem Schlauchboot die Aare hinunterzutreiben, gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen der Berner Bevölkerung, sobald die sommerlichen Temperaturen zurück sind. Was muss vor dem Einwassern getan werden? Wie verhält man sich richtig? Hier ein paar Tipps, damit Sie das Aareböötle sicher geniessen können.

© Aare You Safe

Jeweils im Sommer, vor allem am Wochenende und abends, wird die Aare zwischen Thun und Bern und ab Bern in Richtung Wohlensee von Tausenden von «Wasserratten» eingenommen. Die Leute packen alles mit ins Boot, was nötig ist, um die Fahrt zu geniessen: Snacks, Getränke und Unterhaltung. Auch wenn meist alles gut geht, finden sich die «Böötler» manchmal in heiklen Situationen wieder, die sie leicht hätten vermeiden können, wenn sie die Tipps der Seepolizei der Kantonspolizei Bern berücksichtigt hätten.

Was gilt es vor dem Einwassern zu tun?

Mit einem Schlauchboot auf einem Fluss zu fahren ist wie in den Bergen wandern zu gehen – es müssen ein paar Sicherheitsregeln beachtet werden. Bevor Sie sich aufs Wasser begeben, ist es wichtig, die Wetterprognosen, die Wassertemperatur, die Strömungsgeschwindigkeit und Abflussmenge des Flusses zu kennen und zu beurteilen. Sind Sie das erste Mal auf der Aare? Auf der Website der Stadt Bern steht Ihnen eine Aarekarte mit nützlichen Informationen (Gefahrenzonen, Naturschutzgebiete, Parkieren, Toiletten, öffentlichen Verkehrsmitteln etc.) zur Verfügung.

Kontrollieren Sie Ihr Schlauchboot vor dem Einwassern auf allfällige Beschädigungen und Löcher. Beachten Sie auch, dass Schlauchboote nicht mehr richtig schwimmen, wenn die maximale Nutzlast und/oder Personenzahl überschritten werden. Das Boot muss mit Namen, Adresse – und wenn möglich mit Telefonnummer – beschriftet sein. Durch diese einfache Massnahme können unnötige Suchaktionen vermieden werden, wenn zum Beispiel ein leeres Boot entdeckt wird, das dahintreibt oder irgendwo feststeckt.

Was beachten Sie, wenn Sie auf dem Schlauchboot sind?

Auf dem Boot muss zwingend pro Person ein Einzelrettungsmittel (Rettungsweste mit Kragen oder Rettungsring mit jeweils mindestens 75 N Auftrieb) mitgeführt werden. Unsere Seepolizei empfiehlt Rettungswesten, welche stets am Körper getragen werden. Das Tragen der Weste ist jedoch nicht obligatorisch. Das Zusammenbinden von mehreren Booten oder sich selbst am Boot festzubinden ist gefährlich und deshalb zu unterlassen. Brückenpfeiler oder Bereiche, in denen der Fluss unruhiger ist, können problematisch sein. Es ist also wichtig, zu wissen, wo sich diese Zonen befinden, und sich richtig in der Strömung zu positionieren, damit die Stellen gefahrlos durchschifft werden können.

Die Promillegrenze für die «Freizeit-Böötler» wurde Anfang 2020 aufgehoben. Die gesetzliche Pflicht, dass nur fahrtüchtige Personen das Boot manövrieren dürfen, bleibt hingegen bestehen. Eine Person, die ein Boot steuert und infolge starker Alkoholisierung nicht fahrtüchtig ist, kann angezeigt werden. Kommt es zu einem Unfall und dieser wird danach durch die Justiz beurteilt, hat auch die Fahrtüchtigkeit einen Einfluss. Dies ist auch der Fall, wenn Versicherungsleistungen geltend gemacht werden.

Checkliste unserer Seepolizei fürs Aareböötle

  • Tragen Sie immer eine Rettungsweste.
  • Beschriften Sie Ihr Schlauchboot gut sichtbar mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse.
  • Die auf dem Boot angegebene maximale Nutzlast darf nicht überschritten werden.
  • Binden Sie die Boote nicht zusammen.
  • Informieren Sie sich über die Einstiegs- und Ausstiegsmöglichkeiten.
  • Beachten Sie die Strömungsgeschwindigkeit des Flusses und die lokalen Wetterprognosen.
  • Meiden Sie Brückenpfeiler und fahren Sie in der Mitte des Flusses.
  • Schützen Sie sich gegen Hitze und Kälte.
  • Alkoholeinnahme erst nach der Schlauchbootfahrt

Melden Sie einen Unfall oder den Verlust Ihres Bootes umgehend unter den Notrufnummern 112/117.