An einem heissen und sonnigen Sommertag schlug der weit herum bekannte «Zirkus Herbstzauber» seine Zelte im Kanton Bern auf. Der Geruch von Zuckerwatte und Popcorn lag in der Luft. Clowns, gelenkige Akrobaten und viele weitere Künstler begeisterten Gross und Klein. Mittendrin in diesem fröhlichen Getümmel befand sich auch ein kleiner Braunbär.

Eine nicht ganz wahre Geschichte…

Eines Nachts, als die gesamte Zirkustruppe schlief, befreite sich der vorwitzige kleine Braunbär aus seinem Gehege und machte sich auf, die Umgebung zu erkunden. Als die Stadt morgens langsam erwachte, begegnete der Ausreisser den ersten Menschen, die auf dem Weg zur Arbeit waren. Zu seinem Schreck freuten sich die Menschen aber nicht über den Bären. Ganz im Gegenteil: Alle hatten Angst und rannten weg. Das stimmte den kleinen Bären sehr traurig. Schliesslich freuten sich die Zirkusbesucher immer, wenn sie zu ihm ans Gehege kamen, um ihn beim Spielen zu beobachten. Besonders die Kinder haben den kleinen Frechdachs immer rasch ins Herz geschlossen.

Aus diesem Grund machte sich der kleine Braunbär auf und folgte den Kinderstimmen, die er hörte. Nach einem kurzen Marsch kam der Bär zu einem Schulgelände und traf auf viele Kinder – aber nicht nur… Als die Schuldirektorin das «wilde Tier» erblickte, wählte sie sofort die Notrufnummer 117 und berichtete der Kantonspolizei Bern von dem Vorfall.

Die Polizei vor einer schwierigen Aufgabe

Schnell fuhr eine Patrouille zum Schulgelände. Die ausgerückte Polizistin und der Polizist, trafen aber auf eine schwierige Aufgabe: Der kleine Braunbär war umringt von Kindern, die friedlich zusammen mit dem Bären spielten. Sie waren glücklich und lautes Kinderlachen füllte den Pausenplatz.

Selbstverständlich machten sich die anwesenden Erwachsenen aber grosse Sorgen und hatten Angst. Da die Polizistinnen und Polizisten für die Sicherheit der Bevölkerung zuständig sind, haben sie den kleinen Bären eingefangen. Die Kinder waren gar nicht erfreut darüber und vergossen viele Tränen. Das fröhliche Stimmengewirr, das vor kurzem noch zu hören war, war verstummt.

Nun waren auch die anwesenden Erwachsenen und herbeigeeilten Eltern der Kinder ratlos. Die Kleinen waren untröstlich und weigerten sich in die Klassenzimmer zurück zu kehren. Auch die anwesenden Polizistin und der Polizist hatten Mitleid mit den Kindern, welche inständig darum baten, den kleinen Bären nicht in den Zirkus zurückzubringen. Den Erwachsenen war aber klar, dass man den Bären auch nicht einfach freilassen konnte.

Die zündende Idee

Nach einer kurzen Besprechung kam der Polizistin und dem Polizisten eine Idee: Sie könnten den Zirkusdirektor kontaktieren und gemeinsam mit ihm nach einer Lösung suchen. Das wurde dann auch getan. Nach langen Verhandlungen konnte eine Einigung erzielt werden. Der kleine Bär darf selber entscheiden, ob er zurück in den Zirkus möchte oder nicht. Falls nicht, bräuchte er aber einen Platz zum Essen und Schlafen.

Da die Kinder den kleinen Bären sofort ins Herz geschlossen haben, entschieden sich die Mitarbeitenden der Kantonspolizei Bern, den kleinen Bären zu adoptieren und in das Polizeikorps aufzunehmen. Der kleine Bär musste nicht lange nachdenken und entschied sich rasch dazu bei der Polizei zu bleiben.

Plüschpolizist Bernie

Bei einem grossen Fest wurde der neue Polizeiangehörige von seinen neuen Kolleginnen und Kollegen auf den Namen «Bernie» getauft und erhielt eine auf ihn zugeschnittene Uniform. Bernie war stolz und überglücklich. Voller Tatendrang wollte er sofort Polizeiaufgaben übernehmen. Was lag dabei näher als die Arbeit mit Kindern. So zeigt Bernie seit diesem Zeitpunkt den Kindern das richtige Verhalten im Strassenverkehr und engagiert sich in der Prävention. Mit seinem riesigen Bärenherz und dem weichen Fell begleitet er die Kinder auch in schwierigen Situationen.

Herzlich willkommen, Bernie!