Jeden Samstagabend in den Wintermonaten stehen den Jugendlichen die Turnhallen der französischen Schule (ECLF) in Wittigkofen für Sport und Begegnung offen. Abwechslung in die Routine brachte vor kurzem ein Fussballturnier – und zwar unter Beteiligung einer Polizeimannschaft.

Das Projekt «MidnightSports» stellt Jugendlichen jeweils an Samstagabenden betreute Bewegungsangebote zur Verfügung, zum Beispiel mit Street Soccer, Basketball oder Volleyball. Die Veranstaltungen werden von Teams aus Jugendlichen und Erwachsenen organisiert und durchgeführt, Trägerin und verantwortlich für die Gesamtkoordination ist die Stiftung IdéeSport.

Das Projekt Midnight Bern Ost nimmt Form an

Im Rahmen dieser Initiative wurden wir bereits Anfangs 2015 angefragt, ob wir beim lokalen Projekt «Midnight Bern Ost» dabei sein und mit unserem Netzwerk zu dessen Gelingen beitragen wollen. Wir fanden dies eine gute Idee: Wenn wir zur sinnvollen Beschäftigung der Jugendlichen beitragen können, kommt das zudem auch uns zugute. Deshalb sagten wir gerne unsere Mitarbeit zu.

Auf der Seite von IdéeSport übernahm Ramon Abu-Khadra die operative Leitung des Projekts. Er ist selber in Wittigkofen aufgewachsen und kennt die Bedürfnisse und Probleme der Jugendlichen sehr gut. Schon nach relativ kurzer Zeit stellte man erfreut fest, dass die Zahl der regelmässig teilnehmenden Jugendlichen von anfänglich rund 30 auf inzwischen 60 bis 70 angestiegen war.

Ein Fussballturnier als Saisonhöhepunkt

Beim Saisonrückblick 2015/16 hörten wir, dass in der einen der beiden Sporthallen vorwiegend Fussball gespielt werde und dass dies immer mehr Jugendliche anspreche. Aus dieser Aussage entstand die Idee, in der Saison 2016/17 als Höhepunkt ein Fussballturnier zu organisieren. Wir von der Kantonspolizei Bern würden auch mitmachen und eine Mannschaft stellen, wenn dies gewünscht würde. Der letzte Satz war eigentlich als Spass gedacht – da er aber sofort sehr positiv aufgenommen wurde, beschlossen wir, die Idee Wirklichkeit werden zu lassen.

Am 18. Februar 2017 um 20.00 Uhr war es dann soweit: Das von Ramon Abu-Khadra organisierte Turnier konnte starten und von uns waren acht Mitarbeitende als Mannschaft dabei. Dank dem Sportverein der Kantonspolizei Bern konnten wir in einheitlichen Fussball-Trikots auftreten und „professionell“ auftreten. Dies hielt allerdings nicht allzu lange an: Bereits beim ersten Spiel merkten wir schnell, dass unsere Gegner die Sache ebenfalls äusserst ernst nahmen und uns in Grund und Boden spielen wollten. Trotzdem hielten wir dagegen und gewannen das erste Spiel –  zur Überraschung aller Anwesenden. Das Siegestor in dieser Partie wurde zwei Minuten vor Spielende durch unsere Mittelstürmerin S. Gygax erzielt.

Ein gutes Schlussresultat und viele neue Eindrücke

Das Ansehen des KaPo-Teams war wieder hergestellt und die anderen Mannschaften waren nun gewarnt. Nach nur fünf Minuten Pause mussten wir bereits zum nächsten Spiel antraben. In dieser Gegnermannschaft fand sich nun doch der eine oder andere Lionel Messi bzw. Cristiano Ronaldo unter den Jugendlichen. Dementsprechend verloren wir nach Ballverlust vom Bezirkchef Ostring (mir) dieses Spiel knapp mit 0:1. Der Trost folgte auf dem Fuss: Von den weiteren Spielen konnten wir wieder einige für uns entscheiden. Nach über 1,5 Stunden Fussballspiel waren wir alle sichtlich erledigt.

Meine Kolleginnen und Kollegen und auch ich gingen an diesem Abend müde, aber mit vielen und grösstenteils positiven Eindrücken nach Hause. Es war eine gute Sache, dass wir als Mitglieder des Polizeikorps mit unserer Teilnahme ein Zeichen setzen, aber auch den Jugendlichen verschiedenster Herkunft einmal auf einer ganz anderen Ebene begegnen konnten.