Wer in der Stadt Bern mit dem Velo unterwegs ist, kennt es: Die Veloparkplätze sind beschränkt. Diese Parkplätze werden auch durch defekte oder nicht mehr gebrauchte Velos besetzt. Im Rahmen einer Veranstaltung konnten wir wieder Ordnung und Platz schaffen.

Eine zeitliche Beschränkung für das Parkieren auf Veloparkplätzen gibt es in der Stadt Bern nicht. Ausgenommen auf der Ost-Seite des Hauptbahnhofs, also beim Bollwerk, und der angrenzenden Gasse besteht eine Parkzeitbeschränkung von ein bis fünf Tagen. Grundsätzlich kann im übrigen Gemeindegebiet jeder sein Velo so lange auf einem Veloparkplatz stehen lassen, wie er möchte. Das Problem: Nicht mehr gebrauchte oder zur Entsorgung abgestellte Velos sind für uns kaum von denen in Benutzung zu unterscheiden, um Platz zu schaffen für die tatsächlich benutzten Räder.

Eine Veranstaltung bietet die Möglichkeit, Ordnung zu schaffen

Für bewilligte Veranstaltungen können vorübergehend Halteverbote gelten. Diesen Sommer war dies an einem Tag auf dem Berner Bahnhofplatz der Fall. Dafür wird bereits mehrere Tage vor dem Anlass bei den betroffenen Veloparkplätzen eine entsprechende Signalisation platziert. Wer sein Velo benutzt, hat also genügend Zeit, es bis zum Tag des Halteverbots an einen anderen Ort zu stellen. Jene, die am dem Tag des Halteverbots noch abgestellt sind, werden durch uns erfasst und abtransportiert.

Was passiert mit den abtransportieren Velos?

Bevor wir die Velos abtransportieren, erfassen wir diese in unserem System. Dabei notieren wir Modell, Marke, Farbe und Rahmennummer. Diese Velos bleiben dann bis zu drei Monaten bei uns. Wer sich bis dahin bei uns meldet und sein Rad zurück möchte, kann dieses gegen eine Gebühr abholen. Diejenigen, die ihr Velo vor dem Aufstellen der Signalisation parkiert haben, zahlen selbstverständlich keine Gebühr. Sie haben die Signalisation ja nicht gesehen.

Ein Grossteil der Velos wird jedoch tatsächlich nicht abgeholt. Wir prüfen, ob die Fahrzeuge als gestohlen gemeldet sind. Wenn dies der Fall ist, kontaktieren wir die Besitzerin oder den Besitzer. Sie haben dann zwei Monate Zeit um ihr Velo abzuholen. Die nicht abgeholten Fahrräder werden von der Velostation der Stadt Bern verwertet.

Mit dem Velotransporter unterwegs

Aus ökologischen, aber auch aus praktischen Gründen machen wir den Transport mit einem E-Bike mit Anhänger. Wenn man das E-Bike und den Anhänger so sieht, denkt man wohl als erstes, das sei wohl kaum effizient. Schliesslich haben darauf in der Regel nur vier Velos Platz. Man mag denken, dass ein Kleinbus doch viel praktischer wäre für den Transport.

Doch das Handling mittels e-Bike ergibt durchaus Sinn. Denn so können wir mit den Velos direkt in den Bahnhof fahren, wo sie gelagert werden. Mit einem Kleinbus müssten wir jedes einzelne vor dem Bahnhof wieder ausladen und mit einem anderen Fahrzeug in die Katakomben des Berner Bahnhofs führen. Nach einem Tag Velos Auf- und Abladen kann das ganz schön in den Rücken gehen, und schneller geht es damit auch nicht. Dank den e-Bikes ist die Arbeit weniger anstrengend und rückenschonender. Zudem erhalten wir für den ökologischen Transport durchwegs positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung.

Wieder mehr Platz für die, die ihn brauchen

Nach der Veranstaltung ist der Veloparkplatz wieder freigegeben. Die Aufgabe gibt ein gutes Gefühl: Wir können den vielen Velofahrern in der Stadt etwas Gutes tun, da sie nun wieder etwas mehr Veloparkplätze zur Verfügung haben, die nicht mit unbenutzten Velos besetzt sind.

Mehr zum Thema

Die Betreiberin der Velostationen ist das Kompetenzzentrum Arbeit KA (Sozialamt, Direktion für Bildung, Soziales und Sport BSS). Im Rahmen der städtischen Integrationsangebote des Kompetenzzentrums Arbeit KA werden in der Velostation Langzeitarbeitslose und ausgesteuerte Personen mit Wohnsitz Stadt Bern eingesetzt, die so in den Arbeitsprozess integriert werden.