Jeder Einbruch ist ein Einbruch zu viel. Die aktuelle Kampagne der Kantonspolizei Bern setzt deshalb bei der Prävention an: Schliesslich hat das Opfer eines Einbruchdiebstahls nicht nur finanziellen Schaden, sondern auch das ungute Gefühl, dass sich jemand Fremdes unerlaubt Zutritt in die eigene Privatsphäre verschafft hat. Was aber, wenn es doch passiert ist?

Frau dokumentiert die Spuren eines Einbruchdiebstahls mit ihrer Fotokamera

Frau A.F. wohnt im obersten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Stadt Bern. Im vergangenen Winter wurde bei ihr eingebrochen. In diesem Text erzählt sie, wie sie das Ereignis erlebt hat und was sie für die Zukunft mitnimmt.

Es war alles wie immer: Ich ging von der Tramstation heim, schloss die Haustüre auf, fuhr mit dem Lift in den fünften Stock und steckte meinen Wohnungsschlüssel ins Schloss… nein, das nicht: Meine Wohnungstür stand nämlich bereits offen und beim zweiten Blick wurde klar: Da war kein Schlüssel am Werk, sondern stärkeres Geschütz. Bei mir war eingebrochen worden.

Erst mal durchatmen, 117 anrufen – und nichts anfassen

Was tut man also, wenn man so eine Situation vorfindet? Als allererstes die Polizei rufen. Das habe ich auch gleich gemacht – vorher allerdings noch etwas anderes, das man auf keinen Fall tun sollte: Etwas anfassen. Ich war nämlich so perplex über die Situation, dass ich ohne nachzudenken den vor der Türe am Boden liegenden Schlosszylinder aufgehoben habe – vielleicht ein natürlicher Reflex, aber gleichzeitig ein Fehler, der dazu führt, dass sich auf dem Objekt keine klar erkennbaren Fingerabdrücke mehr feststellen lassen.

Anders als gemeinhin angenommen passieren zahlreiche einfache Einbrüche tagsüber, wenn Berufstätige für gewöhnlich ausser Haus sind. Dabei sind die Einbrecher aus ihrer eigenen Optik sehr sicherheitsbewusst, eine Konfrontation mit den Bewohnern wollen sie dabei nämlich auf jeden Fall vermeiden. Einbrüche müssen deshalb schnell und unauffällig über die Bühne gehen, es wird vor allem Bargeld, Schmuck und ähnliches entwendet.

Die Polizei hilft beim Beurteilen der Geschehnisse

In der Zwischenzeit waren auch die beiden Polizisten eingetroffen. Sie haben die Meldung aufgenommen, nach Fingerabdrücken gesucht (durch meine Unachtsamkeit leider erfolglos), meine Versicherungsdaten aufgenommen und ihren Rapport geschrieben. Ausserdem haben sie den Schlüsseldienst aufgeboten, der mir ein Notschloss installiert hat für die Zeitdauer, in der die Verwaltung die Reparatur der Türe veranlasst hat. Schliesslich will man nicht mit einer weit offenen Wohnungstür leben – erst recht nicht nach so einem Ereignis. Und dann, vielleicht fast das Wichtigste: Sie halfen mir, den Einbruch einzuordnen.

In Zukunft lieber vorbeugen

Was ich daraus gelernt habe: Bei einer neuen Wohnung würde ich von Beginn an mehr Augenmerk auf Einbruchschutz legen und weiss jetzt auch besser, worauf ich achten muss. Natürlich kann man vermutlich jede Tür aufbrechen, wenn man es wirklich unbedingt will – aber sobald es lange dauert oder zu viel Lärm macht, sinkt das Risiko ganz schnell, denn siehe oben: Es muss schnell und unauffällig gehen.

Es gilt jetzt also, den Schreck zu verdauen und den Schaden zu begrenzen: Meine Versicherung hat zum Glück anstandslos die Kosten für den Schlüsseldienst bezahlt und auch eine Rückerstattung für das vermisste Diebesgut abzüglich meines Selbstbehalts. Mache ich mir jetzt mehr Sorgen über einen Einbruch als vorher? Nein, eigentlich nicht – aber ich achte auf die Sicherheitstipps der Polizei. Und sollte es mir doch nochmals passieren, werde ich den Schlosszylinder schön brav am Boden liegen lassen.

Mehr zum Thema

Wollen auch Sie sich informieren, wie Sie das Risiko eines Einbruchs reduzieren können? Die Kantonspolizei Bern steht Ihnen auf www.police.be.ch/einbruch mit Tipps und Rat zur Seite. Unsere Sicherheitsberater sind zudem kostenlos gerne für Fragen und Beratung für Sie da!