Pfoten im Einsatz – die unterschiedlichen Diensthunde der Kapo Bern und ihre Aufgaben (Teil 2)

Ob bei der Suche nach vermissten Personen, nach Brandstiftung oder bei schweren Straftaten – unsere Diensthunde arbeiten dort, wo menschliche Sinne an ihre Grenzen stossen. Mit ihrer feinen Nase liefern sie wichtige Hinweise für die Ermittlungsarbeit.

© Kantonspolizei Bern

Nachdem wir im ersten Teil einen Blick auf Schutz-, Sprengstoff- sowie Drogen- und Notengeldspürhunde geworfen haben, widmen wir uns in diesem Beitrag unseren weiteren Spezialisten auf vier Pfoten. Sie arbeiten oft im Verborgenen und leisten dennoch einen unschätzbaren Beitrag bei der Aufklärung von Straftaten und bei der Suche nach vermissten oder gesuchten Personen.

Der Personenspürhund

Personenspürhunde sind wahre Meister der Nase. Anders als Schutzhunde, die meist bei frischen Spuren und zur direkten Anhaltung von Täterschaften eingesetzt werden, arbeiten Personenspürhunde häufig mit älteren Spuren. Ihr Auftrag: Hinweise liefern, Wege rekonstruieren und vermisste Personen finden. Dabei sind ihre Leistungen beeindruckend. Je nach Bedingungen kann ein Personenspürhund Spuren von mehreren Kilometern (von rund 200 Metern bis zu 15 Kilometern) verfolgen – vorausgesetzt, der Geruch ist noch wahrnehmbar. Wie erfolgreich die Suche ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa vom Wetter, vom Untergrund und davon, wie viel Zeit seit dem Verschwinden einer Person vergangen ist.

Die Ausbildung beginnt bereits im Welpenalter. Zu Beginn riecht der Hund an einem persönlichen Gegenstand – etwa einer Kappe oder einem T-Shirt –, sieht die gesuchte Person noch in Sichtweite und wird daraufhin belohnt. Schritt für Schritt wird das Training anspruchsvoller: ein anderes Gelände, andere Gegenstände, verschiedene Personen und immer ältere Spuren. So lernt der Hund, sich konsequent auf einen individuellen Geruch zu konzentrieren.

Gesucht wird dabei nicht die Person selbst, sondern winzige Hautschuppen, die wir ständig verlieren. Ist kein persönlicher Gegenstand vorhanden, kann beispielsweise ein Abrieb von einem Autositz genommen werden.

Für diese Arbeit kommen bei der Kantonspolizei Bern ausschliesslich Jagdhunderassen zum Einsatz – etwa der Bayerische Gebirgsschweisshund oder der Hannoversche Schweisshund.

Der Leichenspürhund

Leichenspürhunde zählen zu den seltensten Spezialisten der Schweiz. Landesweit gibt es nur sieben dieser hoch spezialisierten Diensthunde. Fünf von ihnen sind zusätzlich auf das Auffinden von Blut ausgebildet, lediglich drei können auch Sperma aufspüren. Mit beeindruckender Konzentration und einer aussergewöhnlich feinen Nase erfüllen sie ihre Aufgabe. Sie arbeiten sicher im Gelände wie auch im Wasser und bilden mit ihren Hundeführern ein eng abgestimmtes Team.

Diese Arbeit ist für Hundeführerinnen und Hundeführer nicht ohne. Und doch hat sie eine wichtige Bedeutung: Sie hilft, vermisste oder verstorbene Personen zu finden, Angehörigen Gewissheit zu verschaffen und einen Abschied zu ermöglichen – ein wichtiger Schritt bei der Verarbeitung des Geschehenen.

Das Training erfolgt meist mit synthetischen Stoffen, die im Gelände, in Bäumen, hinter Felsen oder im Wasser versteckt werden. Die Hunde lernen unterschiedliche Gerüche klar und zuverlässig anzuzeigen – je nach Auftrag und Situation. Leichenspürhunde suchen nach verstorbenen Personen oder Leichenteilen – draussen im Gelände, in Gebäuden oder sogar unter Wasser. Dafür werden sie gezielt auf die verschiedenen Stadien der Verwesung vorbereitet, denn der menschliche Geruch verändert sich je nach Zeit, Umgebung und vorliegenden Umständen. Besonders bei Gewalt- oder Sexualdelikten kann die Fähigkeit, Spermaspuren zu erkennen, entscheidende Hinweise für die Aufklärung liefern. Die Hunde nehmen dabei Gerüche wahr, die für den Menschen längst nicht mehr wahrnehmbar sind. Wie lange ein Einsatz dauert, hängt von der jeweiligen Aufgabe ab: Während eine Leichensuche mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann, erfordert eine Feinsuche – etwa nach Spermaspuren – höchste Konzentration und ist auf rund 20 bis 30 Minuten.

Der Brandmittelspürhund

Brandmittelspürhunde kommen immer dann zum Einsatz, wenn nach einem Brand der Verdacht auf Brandstiftung besteht. Sobald die Brandstelle abgekühlt ist, beginnt ihre Arbeit: Mit ihrer feinen Nase suchen sie gezielt nach Rückständen flüssiger Brandbeschleuniger wie Benzin, Diesel oder Lösungsmittel.

Bei der Kantonspolizei Bern stehen drei Brandmittelspürhunde im Einsatz. Einer von ihnen ist ein Border Terrier. Sein grosser Vorteil liegt in seiner geringen Körpergrösse. So gelangt er problemlos in enge und unübersichtliche Bereiche, etwa in ausgebrannte Räume oder Trümmerfelder.

Das Training der Brandmittelspürhunde erfolgt, ähnlich wie bei anderen Spürhunden, spielerisch über Belohnung. Die Hunde lernen, spezifische Gerüche zu erkennen und diese klar anzuzeigen – ohne die Substanzen zu berühren. Geübt wird auch hier in unterschiedlichsten Umgebungen: in Gebäuden, Fahrzeugen, im Freien oder in Brandruinen.

Im Einsatz liefern Brandmittelspürhunde wichtige Hinweise für die Ermittlungsarbeit. Sie helfen, verdächtige Stellen einzugrenzen, an denen anschliessend Proben für die forensische Analyse entnommen werden. Damit leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Aufklärung von Brandfällen.

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