Für Fans einer Mannschaft ist der Besuch eines Fussballspiels ein Highlight. Damit das alle Beteiligten geniessen können, sorgen wir für die Sicherheit rund ums Stadion. Dabei haben wir Einsatzleiter Remo Jaggi begleitet.

Fussballspiele im Stade de Suisse sind Grossveranstaltungen, die eine ungeahnte Menge an Organisation bedeuten – für die Gastgeber, aber auch für Organisationen wie die Kantonspolizei. Für unsere Einsatzleiter bedeutet ein solcher Einsatz vor allem minutiöse Vorbereitung und eine grosse Verantwortung. Dabei können sie sich auf interne und externe Partner verlassen.

Mehrere Wochen Vorbereitungszeit

Je früher der Spielplan bekannt ist, desto besser, denn vor einem Spiel muss viel erledigt werden. «Wenn möglich beginnen unsere Planungen rund sechs Wochen vor dem Termin», sagt Remo Jaggi. Sobald die Bewilligung und Risikoeinschätzung für ein Spiel vorliegt, wird die Personalanforderung erstellt. Das ist gar nicht so einfach, schliesslich sind alle Polizistinnen und Polizisten bereits regulär für ihre Dienste eingeplant. Zudem werden, wenn immer möglich, Ferien und Freitage der Mitarbeitenden respektiert. Nur mit genügend Vorlaufzeit kann das Aufgebot für einen solchen Einsatz ohne grössere Verschiebungen in die jeweiligen Dienstplanungen integriert werden.

Gut, wenn man auf Erfahrung setzen kann

Wie so oft im (Polizei-)Leben ist Erfahrung Gold wert. Remo Jaggi teilt sich die Aufgabe als Einsatzleiter an den Matches mit wenigen Kollegen. So kommt jeder regelmässig zum Einsatz und kann genügend Erfahrungen sammeln, die es für einen solchen Einsatz braucht. Gewisse Abläufe sind denn auch immer gleich und dadurch sehr eingespielt. Das spart Zeit in der Vorbereitung. Man weiss was funktioniert und das, was beim letzten Mal nicht optimal war, wird im nächsten Einsatz verbessert. Erfreulicherweise kann der Einsatzleiter auf ein eingespieltes Team setzen, was die Arbeit wesentlich erleichtert.

Zusammenarbeit als wichtiger Faktor

Nicht nur die Kooperation mit den internen Partnern ist wichtig, vor und während dem Spiel arbeiten wir auch sehr eng mit Externen zusammen. Beim Abspracherapport vor dem Match sind alle Beteiligten dabei: Vertreter vom Stadion, Verantwortliche für den öffentlichen Verkehr, die Transportpolizei, die Sanität und die Feuerwehr. Grundsätzliche Abläufe müssen hier nicht besprochen werden, die sind dem erfahrenen Team bekannt. Vielmehr geht es um Aktuelles wie das erwartete Zuschaueraufkommen und den zeitlichen Ablauf.

Trotz aller Vorbereitung ist vor jedem Spiel eine gewisse Anspannung spürbar. Schliesslich trägt der Einsatzleiter eine grosse Verantwortung. «Grundsätzlich geht es darum, den Einsatz sicherzustellen mit möglichst wenigen Einschränkungen für alle», erklärt Remo Jaggi.

Der Spieltag

Bevor das eigentliche Spiel beginnt, treffen die aufgebotenen Polizistinnen und Polizisten am Versammlungsort ein. Einsatzleiter Remo Jaggi informiert das eingesetzte Kader über den bevorstehenden Einsatz und nennt nochmals die wichtigsten Abläufe. Anschliessend übernimmt er die Präsenzkontrolle der Mannschaft. Der Einsatzleiter und sein Stellvertreter begeben sich nun ins Stadion. Dort wird der Einsatz koordiniert. Räumlich ist man nah bei der Stadionsicherheit, der Sanität und der Feuerwehr.

Derweil installiert die Mannschaft die Besucherlenkung der Gästefans vom Bahnhof Wankdorf bis ins Stade de Suisse. Die Einsatzleiterin Verkehr ist per Funk laufend in Kontakt mit ihrem Team vom Verkehrsdienst, das dafür sorgt, dass der Verkehr auch trotz der kurzzeitigen Einschränkungen möglichst störungsfrei fliessen kann.

Ein wenig Anspannung ist immer da

Die Stimmung ist ruhig und fokussiert. Etwas angespannter wird es, als der Extrazug mit den Gästefans im Bahnhof einfährt. Die Mitarbeitenden des Dialogteams begleiten die Fans zum Stadion. Remo Jaggi beobachtet das Geschehen und ist jederzeit bereit, mit einem Entscheid in das Geschehen einzugreifen, falls es die Situation erfordert.

Während das Spiel läuft, hat er Zeit für einige Gedanken… «Habe ich bisher alles richtig gemacht? Hätte ich etwas besser machen können?» Da der Einsatz schon seit Stunden läuft, nutzt er auch die Gelegenheit, sich kurz zu verpflegen. Pause machen liegt praktisch nicht drin. Trotzdem ist es wichtig, dass man zwischenzeitlich die Anspannung etwas runterfahren kann, erklärt der Einsatzleiter. «Wenn man ständig auf 180 ist, fehlen die Ressourcen, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert.»

Nochmals hektischer wird es nach Spielende. Es geht darum, dass die beiden Fangruppierungen nicht aufeinander treffen. Die Gästefans bleiben dazu noch maximal 30 Minuten im Stadion. In dieser Zeit können die anderen Besucherinnen und Besucher das Stadion verlassen und sich auf den Heimweg begeben. Schliesslich werden auch die Fans der Gästemannschaft wieder durch unser Dialogteam zum Bahnhof begleitet, wo der Extrazug bereit steht.

Ein intensiver Arbeitstag geht zu Ende

Das Spiel ist beendet, die Fans sind auf dem Heimweg. Rund um das Stadion wird es ruhig, im Innern geht langsam das Licht aus. Remo Jaggi räumt seinen temporären Arbeitsplatz und begibt sich wieder zurück zum Versammlungsort. Dort treffen nacheinander die Einsatzkräfte ein, die ihren Dienst beendet haben. Einigen steht der lange Einsatz ins Gesicht geschrieben.

Nun wird im Team der Einsatz reflektiert. Der Einsatzleiter fasst die Ereignisse zusammen und begründet die Entscheide, die er getroffen hat. Fragen werden gestellt und allfällige Probleme und Verbesserungsvorschläge geäussert. Nach dem Einsatz ist schliesslich vor dem Einsatz; ein sorgfältiger Abschluss des Einsatzes ist die beste Vorbereitung auf den nächsten. Denn der kommt bestimmt schon bald.