Nach der Stage-Woche im Januar ist nun bis im Juni wieder Schule in Hitzkirch angesagt. Dabei steht wiederum viel Neues, aber auch einiges an Prüfungsstress an. Der Druck ist hoch und die Stressresistenz wird immer wieder aufs Neue auf die Probe gestellt.

Abzeichen_Kaltwasseruebung

Hallo liebe Leserinnen und Leser, schon ist es wieder soweit und ich darf Ihnen berichten, wie es mir in der Ausbildung ergeht. Nach der Stage-Woche, von der ich im letzten Beitrag berichtet habe, ist nun bis zum Praktikum im Juni wieder Schule angesagt. Zwischendurch gibt es jedoch so genannte Handlungstrainings, die inhaltlich auf der Taktikwoche abstützen. Für uns ist das natürlich eine willkommene Abwechslung zum Theorieteil der Ausbildung. Heute möchte ich einige Erlebnisse aus den letzten Wochen mit Ihnen teilen, die mir besonders in Erinnerung bleiben werden.

Durchhalten, auch über Durststrecken

Ich finde den Schulalltag weiterhin sehr spannend, vor allem weil wir das Gelernte auch immer mehr verknüpfen können. Allerdings kommt es mir manchmal schon vor, als müsste ich eine ganze Bibliothek voll Bücher und Wissen in meinem Kopf versorgen. Und einmal mehr bin ich froh um meine Schulkameraden und mein privates Umfeld, welche mir immer wieder Kraft und Mut geben, um weiter zu machen. Die Ausbildung und der damit verbundene Druck sind nicht immer einfach und manchmal wünsche ich mich weit weg. Aber was ich mir in den Kopf setze, habe ich bis jetzt immer geschafft! Deshalb werde ich auch diese Ausbildung schaffen – umso mehr, weil ich von Tag zu Tag überzeugter und nach wie vor begeistert für den Beruf bin.

Zum ersten Mal den Verkehr regeln

In letzter Zeit haben wir schon mehrmals auf der öffentlichen Strasse bei unserem Schulareal trainiert. Dazu musste man auf alle Verkehrsteilnehmer achten. Das war also bereits ein kleiner Vorgeschmack auf den Unterricht zur Verkehrszeichengabe.

Nach den theoretischen Lektionen und einer Trockenübung ging es nun raus auf die Strasse. Wir teilten uns pro Klasse in drei Gruppen auf und dann ging es los, mitten auf einer Kreuzung. Die jeweilige Begleitperson der Polizei schaltete die Lichtsignalanlage aus und wir mussten anschliessend den Verkehr regeln. Wow, ganz allein auf so einer Kreuzung… ein aufregendes und komisches Gefühl, und eine grosse Verantwortung. Ohne Konzentration geht bei dieser Arbeit gar nichts.

Stolze Rettungsschwimmerin

Schwimmen gehört auch zu unseren sportlichen Aktivitäten, namentlich absolvieren wir das Rettungsschwimmerbrevet. Und das nicht etwa nur im Pool, sondern auch im Freiwasser also in See und Fluss. Das Poolbrevet haben wir bereits mit einer Prüfung abgeschlossen, nun starten bald das See, und abschliessend dann das Flussbrevet. Als Erfahrungsgrundlage für die Ausbildung im Freiwasser haben wir im März eine Kaltwasserprüfung abgelegt, Lukas hat in seinem letzten Beitrag auch schon davon berichtet. Dabei ging es vor allem in erster Linie um die Erfahrung, im eiskalten Wasser zu schwimmen und zu tauchen. Natürlich war die Vorfreude, naja, nicht gerade riesig, und doch war es eine wortwörtlich coole Herausforderung!

Ich habe mich persönlich etwas vorbereitet und ging zu Hause zwei Mal im Moossee schwimmen. Für mich war es wichtig, zu wissen, was auf mich zukommt. Ob es dies besser machte, sei dahin gestellt. Der Tag X kam jedenfalls und wir stiegen mit unserer Polizeiuniform und Turnschuhen ins Wasser. Wir mussten zirka 15 Meter schwimmen, etwa 2,5 Meter zu einer Puppe hinuntertauchen und danach die Sicherheitsbegleitperson zurück ans Ufer abschleppen. Wieder an Land mussten wir eine Puppe reanimieren, bis der nachfolgende Kollege kam und uns jeweils ablöste.

Ich persönlich finde es eine super Erfahrung, welche ich nicht missen möchte. Im Gegenteil: Ich wäre durchaus bereit, noch mehr solche Übungen zu absolvieren. Es ist interessant und lehrreich, an die eigenen Grenzen zu stossen und diese auszureizen. Zudem waren wir sehr gut betreut, dies gab mir auch die nötige Sicherheit, um mich bedenkenlos auf die Übung zu konzentrieren. Und nicht zuletzt bin ich nun, wie alle anderen, stolz auf unsere Leistung und das Abzeichen, das wir dafür erhalten haben.

Prüfungsstress beim Schiessen

Wenn ich mich an den ersten Schiessunterricht zurück erinnere, fallen mir als erstens ein unwohles Gefühl und ein riesiger Respekt ein. Das Unwohlsein hat sich etwas gelegt. Der Umgang mit der Waffe ist mir jetzt vertrauter und ich kann mich auf den Unterricht freuen. Den Respekt habe ich sicherlich nicht verloren, aber hat er ein gesundes Mass angenommen, in dem er mich nicht mehr behindert. Dies ist wohl auch einer der Gründe, dass ich keine Probleme habe und im Unterricht gut mithalten kann.

Wir absolvieren während der Ausbildung insgesamt drei Schiessprüfungen, bei welchen jeweils das Manipulieren getestet wird – also beispielsweise Laden und Entladen der Waffe oder das Wechseln des Magazins – sowie das Schiessen auf Zeit und die Präzision. Die erste Prüfung verlief für mich ganz gut. Kürzlich stand nun die zweite Prüfung auf dem Programm: Diese ist massgebend dafür, ob man die Waffe im Praktikum mittragen darf oder nicht. Ich habe mich selbst so sehr unter Druck gesetzt und meine Ansprüche an mich so hochgeschraubt, dass ich prompt zum Zeitpunkt der Prüfung am ganzen Körper zu zittern anfing. Der Druck, der sich in meinem Körper ausbreitete, war fast nicht auszuhalten und stresste mich total. Umso glücklicher war ich, als ich die Prüfung endlich hinter mir und bestanden hatte – geschafft!