Berufsbilder im Fokus – die polizeiliche Fallbearbeitung

Tag für Tag sorgen unsere Einsatzkräfte für Sicherheit im Kanton Bern. Doch wer steckt eigentlich hinter den Uniformen? Im Rahmen unserer Rekrutierungskampagne werfen wir in einer Blog-Serie einen Blick auf die Berufsfelder polizeiliche Fallbearbeitung, Botschaftsschutz, Polizeiarbeit und Verkehrsdienst. Im Gespräch mit einer polizeilichen Fallbearbeiterin erfahren wir mehr über diesen Beruf und was aus ihnen 1-1-7 Sieche und Siechinnen macht.

© Kantonspolizei Bern

Bei der Kantonspolizei Bern zu arbeiten, bedeutet nicht immer Blaulicht, spektakuläre Verfolgungsfahrten und Einsätze an vorderster Front. Ein grosser Teil der Polizeiarbeit findet auch am Schreibtisch statt – ebenfalls ein wichtiger Ort für die Aufklärung von Straftaten. Polizeiliche Fallbearbeiterinnen und Fallbearbeiter verfügen über vertiefte gerichtspolizeiliche Kenntnisse, beispielsweise in der Sicherung von Beweisen und in der Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft und Gerichten. Sie sind verantwortlich für Ermittlungen, erstellen Rapporte, leisten Schalterdienst, führen Einvernahmen durch und vieles mehr. Dabei sind sie im engen Austausch mit Polizistinnen und Polizisten sowie Fachspezialistinnen und Fachspezialisten.

Im Gespräch mit der polizeilichen Fallbearbeiterin Stefanie Schluep haben wir spannende Einblicke in die Aufgaben abseits des Einsatzgeschehens erhalten. Sie hat ihre Ausbildung im November 2025 begonnen und erklärt uns, weshalb Präzision und Geduld in ihrem Job genauso wichtig sind wie schnelle Entscheidungen im Einsatz. Zudem erzählt sie, was es für sie bedeutet, eine 1-1-7 Siechin zu sein.

Wie unterscheidet sich deine Arbeit von der klassischen Polizeiarbeit an der Front?

Meine Arbeit als polizeiliche Fallbearbeiterin findet hauptsächlich im Innendienst mit Fokus auf gerichtspolizeiliche Arbeiten statt. Während Polizistinnen und Polizisten draussen an der Front oft als Erste bei einem Einsatz vor Ort sind, übernehme ich die vertiefte Bearbeitung der Fälle im Nachgang oder fungiere als Anlaufstelle auf der Polizeiwache. Ich analysiere Sachverhalte, werte Informationen und Beweise aus, führe Einvernahmen, erstelle Rapporte für die Staatsanwaltschaft oder andere Behörden und vieles mehr. Mir gefällt besonders, dass ich einerseits meine Kolleginnen und Kollegen an der Front entlasten kann und andererseits im Hintergrund dazu beitragen kann, dass Ermittlungen vollständig und korrekt abgeschlossen werden.

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten sind in diesem Job besonders wichtig?

Sehr wichtig sind Präzision und ein strukturiertes Vorgehen. Man arbeitet oft mit komplexen Dossiers, in denen jedes Detail zählen kann. Gleichzeitig braucht es Kommunikationsfähigkeit, gute Deutschkenntnisse und Einfühlungsvermögen, zum Beispiel bei Einvernahmen oder im Schalterdienst. Auch psychische Belastbarkeit ist zentral, da man mit schwierigen Themen wie Unfällen oder Gewalt in Berührung kommt.

Warum würdest du anderen empfehlen, diesen Beruf zu wählen?

Weil der Beruf sehr vielseitig ist und man einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leistet, auch ohne draussen im Einsatz zu sein. Man arbeitet selbstständig, trägt Verantwortung und ist dennoch Teil eines Teams. Wer Interesse an Ermittlungsarbeit, rechtlichen Fragestellungen und dem Umgang mit Menschen hat, findet hier eine sinnstiftende, spannende und abwechslungsreiche Aufgabe.

Welche Abwechslung bietet dir dein Beruf im Gegensatz zu anderen klassischen Büroberufen?

Kein Fall ist wie der andere. Neben der Büroarbeit gehören auch Einvernahmen, Schalterdienst, Abklärungen mit anderen Stellen und gelegentlich Einsätze ausserhalb des Büros dazu. Man arbeitet dabei nicht nur im Hintergrund, sondern steht auch im direkten Kontakt mit Betroffenen und beschuldigten Personen – also auch mit Menschen, die Straftaten begangen haben. Man arbeitet nicht einfach nach einem festen Schema oder klaren Prozess, sondern muss immer wieder neu denken, kombinieren und priorisieren. Diese Mischung aus Analyse, Kommunikation, Verantwortung und Individualität macht den Beruf spannend.

Wie ist es, in einem Beruf zu arbeiten, der in dieser Form noch neu ist?

Als Pioniere in diesem Beruf ist es für uns teilweise herausfordernd, dass der Aufgabenbeschrieb noch nicht in allen Punkten klar definiert ist. Viele Abläufe sind noch im Aufbau, manches ist unklar oder von Wache zu Wache unterschiedlich. Das erfordert Flexibilität, Offenheit und auch etwas Geduld. Spannend – aber auch anspruchsvoll – wird es zudem, wenn wir Fälle übernehmen, bei denen wir nicht selbst vor Ort oder von Anfang an dabei waren. Dann heisst es, sich sorgfältig in die Thematik einzuarbeiten und sich ein umfassendes Bild zu verschaffen.

Was bedeutet es für dich, eine 1-1-7 Siechin zu sein?

Eine 1-1-7 Siechin zu sein, bedeutet für mich, mich mit viel Herzblut im Arbeitsalltag einzusetzen. Es heisst, Verantwortung zu übernehmen, professionell zu handeln und auch in herausfordernden Situationen ruhig, respektvoll und fair zu bleiben. Ich bin sehr stolz darauf, Teil der Kantonspolizei Bern zu sein.

Mehr zum Thema

Interessiert, mehr über das Berufsbild des polizeilichen Fallbearbeiters zu erfahren. Hier finden Sie weitere Informationen:

Seite teilen

Schreiben Sie einen Kommentar

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus.