Die letzten Wochen waren vollgepackt mit unvergesslichen Erlebnissen. Das Praktikum, die Erkenntnis, dass ich den richtigen Beruf gewählt habe und dann natürlich die Prüfungen.

Endlich finde ich wieder einmal die Zeit zu berichten, was in den letzten Wochen so alles passiert ist. Eine sehr spannende Zeit haben wir im Praktikum verbracht. Ich habe in diesem Rahmen die Mobile Polizei in Biel und die Wache in Burgdorf besucht. Dabei habe ich viel erlebt und wertvolle Erfahrungen machen dürfen. Ich habe aber auch festgestellt, dass man die Polizeiarbeit häufig überhaupt nicht einschätzen kann.

Definitiv der richtige Beruf

Jeder Tag bringt neue Herausforderungen und Erwartungen an unsere Arbeit. Die Einsätze sind meist nicht voraussehbar, wodurch jeder Tag und jede Nacht individuell und nicht planbar sind. Einerseits ist das ein konkreter Punkt, der mich unter anderem an dem Beruf fasziniert, andererseits kann genau dies natürlich auch zu einer grossen Belastung werden.

Für mich ist es genau das Richtige, das habe ich im Praktikum definitiv gemerkt. Eigentlich hatten wir bis dahin gar nie die Möglichkeit, diesen echten Einblick in die Polizeiarbeit zu erhalten. Deshalb hatte ich auch ein wenig Respekt. Was, wenn ich plötzlich feststelle, dass es doch nicht der richtige Beruf für mich ist? Glücklicherweise ist genau das Gegenteil der Fall: Mehr denn je habe ich festgestellt, dass es genau die Arbeit ist, die ich machen möchte. Die Nachtdienste bereiteten mir keine Probleme, die Kollegen waren alle sehr nett und ich genoss die unregelmässigen Arbeitszeiten.

Die letzten Wochen in Hitzkirch

Nach einem Monat war der erste Ausflug in die praktische Polizeiarbeit beendet und wir zogen uns für weitere sechs Wochen nach Hitzkirch zurück. Anfangs war es etwas deprimierend, nach dem Ausflug ins Arbeitsleben wieder die Schulbank zu drücken. Gleichzeitig war es aber auch spannend zu hören, was die Klassenkameradinnen und Kameraden in den letzten Wochen erlebt hatten. Ausserdem stand ja schon die Vorbereitung für die Berufsprüfungen vor der Tür.

Der Druck stieg von Tag zu Tag, in der Schule wurden uns die letzten Inhalte für die Prüfungen vermittelt und in der Freizeit wurde nur noch gelernt und geübt. Trotzdem musste ich zwischendurch auch mal verschnaufen. Allerdings holte mich dann immer sehr schnell das schlechte Gewissen ein und ich setzte mich zurück an den Schreibtisch. Irgendwann hiess es einfach nur noch durchhalten, es wurde mir fast zu viel und ich glaubte, vor lauter Lernstoff langsam überhaupt nichts mehr zu wissen.

In der Woche vor den Prüfungen zog ich mich alleine in die Berge zurück. Weg von der Schule und von meinen Kollegen und vor allem dem ständigen Thema Berufsprüfung. Dies war super, denn so konnte ich mich in Ruhe noch einmal vorbereiten und trotzdem auch etwas abschalten.

Prüfungen – und Spannung auf die Resultate

Dann war es soweit: Am Dienstag die schriftlichen, am Mittwoch die praktischen und am Freitag die mündlichen Prüfungen. Dabei wurde unser Wissen in Psychologie, Community Policing, Menschenrecht, Berufsethik, interkulturelle Kompetenzen und in den allgemeinen Polizeifächern getestet. Bei den praktischen Prüfungen mussten wir im Zweierteam Fälle bearbeiten und lösen: einen Verkehrsunfall, einen Fall von häuslicher Gewalt und einen Einbruchdiebstahl.

Nach den Prüfungen war ich einfach nur müde und ausgelaugt. Die ganze Anspannung fiel von mir ab und mein Kopf war völlig leer. Zum Glück mussten wir nur bis am folgenden Montag warten, bis wir die Prüfungsresultate erhielten. Trotzdem kam es uns allen vor wie eine Ewigkeit.

Am Montagmorgen mussten wir unser Material zurückgeben, danach hiess es warten… Warten auf den Bescheid, ob man bestanden hat oder eben nicht. Die Stimmung war noch einmal völlig angespannt. Kurz vor Mittag kam dann die erlösende Nachricht, dass alle Aspiranten der Kantonspolizei Bern bestanden haben. Die Erleichterung war unvorstellbar riesig!

Am darauffolgenden Nachmittag nahmen wir an der Abschlussfeier der Schule teil, bevor wir uns dann alle überglücklich auf den Heimweg machten. Nun sind wir bereits in der Vorbereitung für den Lehrverband in Ittigen und ich freue mich darauf, Ihnen auch von hier weiterhin zu berichten, was wir machen und erleben dürfen.