Motorradfahren macht Spass – doch leider passieren dabei immer wieder schwere Unfälle. Wir zeigen die Hauptgründe auf und erklären, worauf wir bei unseren Kontrollen in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk legen.

Sechs getötete Personen, 124 Schwerverletzte und 248 Leichtverletzte: Die traurige Bilanz der Motorradunfälle im vergangenen Jahr. Nicht alle Unfälle lassen sich vermeiden, doch wer sich an ein paar einfache Regeln hält, kann das Unfallrisiko zumindest stark minimieren. Wir haben in unserem letztjährigen Blogbeitrag zum Beginn der Motorradsaison bereits einige Tipps dazu gegeben.

Ein genauerer Blick auf die Zahlen gibt auch Aufschluss darüber, wie sie zustande kommen:

Motorräder mit 125ccm im Kanton Bern – 2016

  • 98 Verkehrsunfälle mit 125ccm-Motorrädern – dabei wurden 90 Personen verletzt und eine Person getötet.
  • Bei 38% dieser Verkehrsunfälle waren die Motorradfahrer/-innen die Hauptverursacher.
  • Die hauptsächlichen Mängel bzw. Einflüsse, die zu diesen Unfällen führten, waren: zu wenig Abstand halten bzw. zu nahes Aufschliessen, Fahren unter Alkoholeinfluss oder andere Bedienungsfehler, wie zum Beispiel falsches Reagieren, wenn man zu schnell in die Kurve fährt.
  • Über das ganze Kantonsgebiet betrachtet verunfallten im letzten Jahr Fahrer/-innen von Motorrädern mit 125ccm mehrheitlich innerorts (83%), gegen Ende der Woche (Donnerstag und Freitag) sowie während den Stosszeiten abends zwischen 1700 Uhr und 1800 Uhr.

Motorräder über 125ccm

  • 230 Verkehrsunfälle mit Motorrädern über 125ccm – dabei wurden 207 Personen verletzt und fünf Personen getötet.
  • Bei 61% dieser Verkehrsunfälle waren die Motorradfahrer/-innen die Hauptverursacher.
  • Die hauptsächlichen Mängel bzw. Einflüsse, die zu diesen Unfällen führten, waren: Nichtanpassen an die Linienführung oder andere Bedienungsfehler, wie zum Beispiel falsches Reagieren, wenn man zu schnell in die Kurve fährt.
  • Bei den «schweren» Motorrädern wurden inner- und ausserorts praktisch gleich viele Unfälle verzeichnet. Am häufigsten ereigneten sich die Verkehrsunfälle von Freitag bis Sonntag, jeweils am Nachmittag zwischen 1300 Uhr und 1800 Uhr.

Auf die Linie kommt es an

Die Verkehrsunfallstatistik 2016 zeigt es klar: Die meisten Verkehrsunfälle bei den «schweren» Motorrädern sind Schleuder- oder Selbstunfälle. Ebenfalls kann häufig beobachtet werden, dass viele Motorradfahrer die Kurve «schneiden» und sich ihr Kopf während der Kurvenfahrt auf dem Fahrstreifen des Gegenverkehrs befindet. Dies kann zu sehr gefährlichen Situationen mit dem entgegenkommenden Verkehr führen, beispielsweise beim Kreuzen eines Lastwagens oder Gesellschaftswagens (z.B. Reisecar). Doch wie verhält man sich als Motorradfahrer in einer Kurve korrekt?

So geht es richtig:

Die Geschwindigkeit ist vor der Kurveneinfahrt so zu wählen, dass «auf Zug» gefahren werden kann. Die Brems- und Schaltmanöver sind ebenfalls vor dem Kurvenbeginn abzuschliessen. Lastwechsel sollten möglichst vermieden werden.

Ein Motorradfahrer benötigt in der Kurve seitlich bis zu 1,6 m Platz. Der Sicherheitsabstand vom Gegenverkehr und von Hindernissen am rechten Fahrbahnrand sollte mindestens 50 cm betragen. Dieser Sicherheitsabstand gilt für die ganze Silhouette von Fahrer und Fahrzeug. Während der Kurvenfahrt muss sich die sogenannte «Schwerpunktlinie» in der Mitte des eigenen Fahrstreifens befinden. Somit wird verhindert, dass der Kopf in den Gegenverkehr ragt und der Motorradlenker kann erst noch von der «sauberen» Fahrspur der Personenwagen profitieren.

Wir setzen uns ein für eine sichere Motorradsaison

Verkehrssicherheit ist uns sehr wichtig. Auch in diesem Jahr führen wir deshalb diverse präventive Aktionen durch, wie zum Beispiel die Teilnahme an Motorrad-Veranstaltungen und die Unterstützung an der bfu-Kampagne «Lass dich nicht abschiessen – «Stayin‘ Alive».

Neben diesen Präventionsaktionen werden wir aber auch gezielte Motorradkontrollen durchführen. Ein besonderes Augenmerk richten wir dabei auf die folgenden Punkte:

  • Richtige Linienwahl beim Kurvenfahren – nicht «schneiden»
  • Anpassung der Geschwindigkeit
  • Fahrfähigkeit: Wer angetrunken, übermüdet oder sonst nicht fahrfähig ist, führt kein Fahrzeug.
  • Einhalten eines ausreichenden Sicherheitsabstands beim Hintereinanderfahren (mindestens zwei Sekunden)